Wo kann man eine Balalaika rechtmäßig taufen? In der Russisch-Orthodoxen Kirche? Nein, sie ist Römisch-Katholisch… oder doch Jüdisch? Darf sie dann nur noch koschere Musik spielen?
Fragen über Fragen, die uns bis letztes Wochenende jede Sekunde quälten.
Als eines Tages vom Kreml die neuen Energija-Missionen bekanntgegeben wurden, stellten wir fest, dass am 6. August 2011, das in Tschechien liegende Hotel, „Vsetice“ von uns musikalisch eingeweiht werden solle und so war uns klar, dass wir, ganz nach dem Maximalprinzip, mit nur einer Mission zwei Missionsziele erreichen konnten: Zwei Taufen, eine Energija!
Nachdem wir im idyllischen tschechischen Netvorice eingetroffen waren, stärkten wir unsere ausgehungerten Leiber mit dem, im Hotel-Restaurant angepriesenem, Steak-Mix-Teller (nur Ruben bestellte Hühnchen… komischer Vogel). Als wir später in den nagelneuen Zimmern unseren Esskummer ausschliefen, baute sich uns ein unbewusster Druck auf: Der Gedanke an die Mission und zwei Missionsziele… war es vertretbar? welche Mission hatte Vorrang? Besonders für einen Kapitän ist eine solche Grundsatzfrage eine sehr große Last.
Als wir schließlich auf der Bühne standen und der erste Klang der weiß schimmernden Prim-Balalaika durch unsere Monitore ein akustisches Signal annahm, welches unsere Trommelfelle wiederum in einen biologischen Reiz wandelten, hatten wir glatt ihren Namen vergessen (in der Raumfahrt redet man vom so genannten „Black Out“)! Wir sahen die Balalaika nochmals mit aller Hingabe einer ehrenvollen Besatzung an, sie sah uns an und in diesem Moment waren wir uns alle einig: Die erste weiße Perlmutt-Balalaika kann nur ALBINA heißen!
ALBINA machte uns alle Ehre und ist zu Recht die neue No. 1! An dieser Stelle möchten wir uns nochmals für die außerordentliche Leistung unseres Hof-Arztes Dr. Bal. Andruscha bedanken, der die, 1992 in Moskau geborene, uncharakteristische Balalaika zur einmaligen E-ALBINA machte! „Bolschoje Spasibo Djadja Andruscha!“
Nach einer langen Nacht mit viel zu viel tschechischem Bier, Becherovka, anschließenden übermütigen (un)sportlichen Aktivitäten im Pool des Hotels und viel zu wenig Schlaf, machten wir uns auf den langen Weg in die Heimat, welcher beinahe unser aller Ende bedeutet hätte und wir jetzt, statt diesen Logbuch-Eintrag zu verfassen, gemeinsam mit Zar Nikolai und Jurij Gagarin über den Wolken schweben und den sch*** Becherovka mit anständigem Wodka nachspülen würden…
Wir hatten kurz hinter Prag einen Groundspeed von ca. 140 km/h erreicht, als wir aufgrund einer ungünstigen Verkettung von Regen, Geschwindigkeit und bewegter Masse die Kontrolle über unser Raumschiff verloren! Doch Pawel klärte das Aquaplaning gekonnt, in dem er das Steuer fest hielt und nicht den vermeintlichen Fehler begann gegen zu steuern. Eine solche Situation zeigt, dass viel Training und die unzähligen Stunden im Simulator nicht umsonst sind.
Danke Pawel!
Nun ist es uns eine Freude, den Erfolg einer Mission mit zwei Zielen bekannt zu geben!
Wir freuen uns auf die nächsten Missionen mit ALBINA:
11.08. Hanse Sail / Rostock (DE)
20.08. Slavnosti Piva / Chodova Plana (CZ)
21.08. Street Festival / Chomutov (CZ)
27.08. Natruc Festival / Kolin (CZ)
03.09. Schackstock Open Air / Belgern (DE)
Euer Morgan Nickolay
Captain der Energija