9. April 2011

REVIEW: Münster, Gig-Marathon

Voller Erschöpfung und Triumph zugleich, blicken wir auf einen neuen Rekord zurück: Es ist uns gelungen 3 Konzerte in 24 Stunden zu spielen und das in Münster und dazu an keinem geringeren Datum, als dem 1. April (ohne Scherz)!

Um 17:13 Uhr erklang der erste Ton der Balalaika, als leere Wodkagläser an der Lenin-Statur zerschmetterten, welche vor der Halle Münsterland plagiatierte (wo auch sonst?!). Unsere Mission bestand darin, die Gesellschaft eines Versicherungsunternehmens akustisch nach Sankt Petersburg zu manövrieren. Zum visuellen Manöver gehörte auch ein kleines Bataillon viel hübscherer Offiziere und Offizierinnen (gibt es das Wort?), als wir es waren, doch waren unsere kosmischen Flieger-Uniformen um einige Dienstränge höher, was uns in dieser Situation absolute Genugtuung verschaffte.

Nach einem 30-Minütigen Marsch (marschierend und musizierend zugleich) durch den großen Saal der Münsterhalle stärkten wir uns am reichhaltigen Crew-Catering und verließen das Messegelände (bzw. Winterpalais) während uns die Schallwellen der russischen Nationalhymne verfolgten...

ERSTER STREICH! Und der Zweite folgt zugleich:
Das kultige Musik-Café „Teilchen & Beschleuniger", welches uns von vielen Münsteranern wärmstens empfohlen wurde und welches uns zu guter Letzt, auch durch den wissenschaftlichen Namen anzog, feierte an diesem 1. April seinen ersten Geburtstag. Unter Speedfolkern gehört es in einem solchen Fall zum absoluten Muss, die Teilchen zu beschleunigen. Also ritten wir mit unseren roten Overalls, den Instrumenten im Schlepptau, in den mit Studenten gefüllten Beschleuniger, der an einen im Friedrichshain liegenden Beschleuniger erinnerte (die Teile sind fast immer baugleich) und gaben pure Energija… Wir hatten Spaß, die Teilchen waren beschleunigt – ein gelungenes Ständchen zum Den Rozhdenja... Herzlichen Glückwunsch!
ZWEITER STREICH! Und der Dritte folgt zugleich:
Das Gleis 22 ist die Location in Münster, die ein Jeder kennt. Hier spielen Künstler, wie Katzenjammer und Dunkelbunt und hier gaben Pawel und Morgan sich ihre erste Club Mate (kein Kommentar). Der Chronometer zeigte mittlerweile einen Wert von 2222 Zeiteinheiten. Wir wurden telefonisch mit dem Datscha-Clan verbunden, welcher die regelmäßig wiederkehrende Reggae/Balkan-Veranstaltung Datscha-Party in der Sputnik Halle (münsteranisch: Spuckie) (be)treibt… um 0:30 Uhr standen wir im Hof des Sputnik vor einer Meute Sozialarbeit-Studenten und Tommys (die nach eigener Aussage im Münsterland stationiert sind um den 3. Weltkrieg zu verhindern – viel Glück) und gaben 1,5 Stunden Energija unter freiem Himmel. Erinnerungen an eine Reggae-Party im letzten Sommer kamen wieder hervor, doch dieses Mal blieb die Miliz aus, die Studenten der Sozialen Arbeit gaben sich sozial und die Tommys verfielen einem teuflischen Mix aus Wodka, Gin und Bier (Kulturschock) und gaben sich mit uns kameradschaftlich die Hand, wie es ihre und unsere Vorgänger einst über der Elbe taten.
Als der Stundenzeiger die Fünf verdeckte, schwebten die 4 Party-Kosmonauten in höheren Sphären zusammen mit Lenin, dessen Gesicht von Wodkagläsern gezeichnet war, Natascha und Swetlana vom X-ten Sowjetischen Bataillon der Landstreitkräfte, die immer noch stramm standen, Sean, Dennis, Rick und David von der British Forces Germany, einem Teilchen und einem Beschleuniger…
Spätestens als die ersten Sonnenstrahlen des 2. April 2011 unsere schützenden Augenlider durchbrachen war uns klargeworden, dass wir eine neue Seite Kosmonauten-Musik-Geschichte geschrieben hatten.
DRITTER STREICH! Und der Nächste folgt bald…
Na Sdarovje

-Morgan