19. August 2010

REVIEW: Kacov, Sazava Fest

Zuletzt packten wir also unsere 7 Sachen und den Vodka ein und fuhren, wie bereits im Jahr zuvor, mit dem Cosmo-Shuttle (TM) nach Tschechien, genauer Kacov.
Die Fahrt dahin gestaltete sich ganz lustig, bis wir unerwarteterweise im Hochwassergebiet landeten. Der ein oder andere hat vielleicht im Propagandablatt seiner Wahl davon gelesen - ja genau, da waren wir mittendrin. In weiser Voraussicht fuhren wir natürlich gänzlich unvorbereitet mit unseren Muscle-Shirt und unseren lila Neon-Flip Flops los, sodass wir in ein sichtlich entspanntes Wochenende blicken durften. Sehr schön.
Nachdem uns Pawels Navi dann nach einer Autobahnsperrung kurz vor Prag einen ca. 3 stündigen Umweg durch die tschechischen Berge bei schönsten Regenfällen vorschlug, machte der ein oder andere schon einmal seine drei Kreuze.
Es gestaltete sich derart herrlich, dass wir fast ein bischen wehmütig zurückblicken und uns ärgern, keinerlei Videomaterial von den nicht vorhandenen Straßen festgehalten zu haben.
Wie durch ein Wunder erreichten wir dennoch rechtzeitig das beschauliche Dorf Kacov über eine winzige, vertrauenswürdige Behelfsbrücke. Beim Austieg aus dem Wagen in ca. knöchelhohe Pfützen konnten wir uns mit Leichtigkeit schönere Wochenendbeschäftigungen vorstellen, als hier, wenig romantisch zu zelten. Die meisten Festivalgäste waren derselben Meinung und packten bereits Kind und Kegel um der Hölle von Kacov zu entkommen.
Und auch wir blickten mit einem gewissen Heimweh über die Wiesen des Festivalgeländes, die nunmehr nur schwerlich vom angrenzenden Fluß Sazava zu unterscheiden waren.
Aber was sich echte Cosmonauten nennt, die sind ja mit allen Wassern gewaschen.
Zumindest nach diesem Wochenende bestimmt. Also zogen wir in die (Wasser-)Schlacht und mit uns eine mutige, wenn auch überschaubare Anzahl von Partywütigen, welche sich, dem Wetter trotzend, in improvisierten Regenjacken aus Müllbeuteln vor der Bühne die Seele aus dem Leib tanzten. Da nehmen wir doch ausnahmsweise einmal die Hüte ab vor dieser Leistung.
Aber auch wenn nun der Ernstfall erprobt ist und wir wissen, im Zweifel ist auf das tschechische Publikum verlass, hoffen wir beim nächsten Sazava-Fest auf etwas mehr Fest und weniger Sazava.

-Kai